Freundeskreis Umoja - Friends of Umoja e.V.

Schmuck

Die Herstellung von Schmuck ist eine Einnahmequelle der Dorfgemeinschaft. ...

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Am Fluss

Früher waren die Frauen auf Wasser aus dem Fluss angewiesen. Seit 2017 gibt es ein Wasserreservoir und einen Tiefenbrunnen. ...

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Die Schule

Die Schule befindet sich im Aufbau und wird nach und nach ausgebaut, um alle Klassen unterzubringen. ...

Die Schule
20 Apr 2019
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Entsalzungsanlage für den Tiefenbrunnen

Entsalzungsanlage für den Tiefenbrunnen

Im März 2017 konnte auf dem Gelände der Umoja Uaso Women Group ein 140m tiefer Brunnen gebohrt werden. Das Frauendorf, die Schule und das Camp, die zuvor auf Wasser aus dem Uaso-Fluss angewiesen waren, wurden nun durch Wasserleitungen angeschlossen, mit Wasserhähnen, blühenden Gärten und der Herausforderung, ein entsprechendes Wassermanagement zu etablieren.

Die Untersuchung des Wassers ergab zunächst eine sehr gute Qualität. Durch eine höher liegende Wasserschicht dringt jedoch Chlorid in das Bohrloch ein und bewirkt eine Versalzung. Dank der finanziellen und logistischen Unterstützung der gemeinnützigen Organisation „With My Own Two Hands Foundation“ wurde im Februar 2019 eine Entsalzungsanlage errichtet. Diese entnimmt Wasser aus dem 50 Kubikmeter Tank der Brunnenanlage und zirkuliert es innerhalb seiner Systeme für die Filtration. Es behandelt das Wasser auch durch Ultraviolett (UV)-Strahlung und Chlorierung, was ein sauberes und gesundes Trinkwasser gewährleistet.

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Die Anlage kann dreimal täglich Wasser pumpen und so mindestens 9 Kubikmeter sauberes Trinkwasser liefern.
Ein Teil des Wassers soll künftig an benachbarte Verbraucher verkauft werden, um die Kosten für den Unterhalt der Anlage zumindest teilweise zu decken. Die Schulkinder in Umoja erhalten das Wasser natürlich weiterhin kostenfrei.

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Die Entsalzungsanlage muss regelmäßig durch Techniker betreut und gewartet werden. Wenn dabei ein wichtiger Schritt fehlt, kann dies zum Ausfall des Systems führen, was teure Schäden verursacht. Es ist daher beabsichtigt, einen Techniker einzustellen, der sowohl für die Anlage als auch für weitere handwerkliche Aufgaben in Umoja verantwortlich ist.

Zu dem Gehalt des Technikers von rund 175 Euro pro Monat können die Frauen von Umoja monatlich rund 53 Euro beisteuern. Die Deckungslücke macht somit für das zweite Halbjahr 2019 rund 732 Euro aus und ab 2020 jährlich rund 1.464 Euro.

Wenn Sie die ausreichende Versorgung mit Trinkwasser in Umoja durch Übernahme des Gehaltes für einen Techniker für 2019 und 2020 sicherstellen möchten, würden wir uns über entsprechende Spenden sehr freuen. Stichwort: Techniker

Den ausführlichen Bericht zu diesem Thema mit weiteren Informationen und Fotos können Sie hier einsehen und herunterladen: Bau und Betreuung der Entsalzungsanlage

16 Apr 2019
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Bau eines Kühl- und Lagerhauses

Bau eines Kühl- und Lagerhauses

Peter Lmarapon, der zuständige Schulverwalter und Hausmeister der Umoja Muehlbauer Academy, hatte im vergangenen Jahr die Idee, zur Lagerung von Lebensmitteln ein afrikanisches Kühl- und Lagerhaus zu errichten. Wir freuen uns sehr, dass der Bau inzwischen abgeschlossen werden konnte. Durch den nachfolgenden Bericht lassen wir Sie gern an diesem Fortschritt in Umoja teilhaben.

Hintergrund und Konstruktion

Vorrangiges Ziel des Kühl- und Lagerraumes für Lebensmittel auf dem Schulgelände der Umoja Muehlbauer Academy war es, die Kosten für Schulmahlzeiten zu optimieren.

Vorteile:
• Kostengünstigere Großeinkäufe für die Schulmahlzeiten.
• Leicht verderbliche Waren wie Obst und Gemüse länger einlagern statt wegwerfen zu müssen.
• Keine täglichen Einkaufsfahrten mehr wegen fehlender Lagermöglichkeiten.
• Transportkosten- und Zeitersparnis.

Voraussetzungen:
• Strenge und regelmäßige Bestandskontrolle der eingelagerten Waren.
• Entnahmen für den täglichen Bedarf werden durch die Küche verwaltet und dokumentiert.

Das Lagerhaus ist ein Steinraum mit einer Metalltür und Lüftungsanlagen. Das Dach wurde mit Eisenblechen gedeckt und im Innenbereich sind hölzerne Regalkonstruktionen zum Anordnen von Waren eingebaut. Das Lager grenzt an einem traditionellen afrikanischen Holzkohle-Kühlraum. Diese Anordnung ist in der Lage, Gemüse für ein bis zwei Wochen frisch zu halten.

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Rohbau mit Holzkohletrakt und Dachkonstruktion

Der Holzkohle-Kühlraum ist sehr einfach und benötigt keinen Strom für die Kühlung. Er verwendet die in der Physik bekannte Technik „Verdunstung verursacht Kühlung“.
Holzkohle ist ein poröses Material. Es ist ideal für die Wasseraufnahme. Die Holzkohlekonstruktion wird dazu täglich mit Wasser besprüht. Wenn der Himmel bei strahlender Sonne klar ist, beginnt das Wasser in der Holzkohle langsam zu verdunsten, was eine kühlende Wirkung hat. Diese Beschaffenheit ist geeignet, die Frische für verderbliche Waren über einen längeren Zeitraum zu erhalten.

Durchführung

Das Projekt der Umoja Muehlbauer Academy ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Freundeskreis Umoja und konnte durch die finanzielle Unterstützung durch den Tatort-Verein in Köln realisiert werden. Dafür geht ein besonderer Dank an

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Die Arbeiten wurden in Eigenregie durch die Umoja Uaso Women Group geplant und umgesetzt. Wo erforderlich, wurden Aufträge an lokale Handwerker erteilt.

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Fertiges Kühl- und Lagerhaus

Die Kühlkammer für Holzkohle muss noch mit Regalen ausgestattet werden und eine letzte Schicht Sisaltuch wird benötigt, um den Verlust feinerer Holzkohle zu verhindern.
Weiterhin muss noch für die Innen- und Außenbeleuchtung des Gebäudes ein Stromanschluss gelegt werden; aber das wird auch kurzfristig erfolgen.

Der normale Lagerraum konnte somit schon in Betrieb genommen werden und der erste Großeinkauf von haltbaren Lebensmitteln wurde durchgeführt.

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Peter Lmarapon im Lagerraum

Peter Lmarapon, Schulverwalter und Hausmeister der Umoja Muehlbauer Academy, ist sehr zufrieden und glücklich mit dem immensen Komfort und den Einsparmöglichkeiten, die das neue Kühl- und Lagerhaus auf dem Schulgelände bietet.

Den ausführlichen Bericht mit vielen weiteren Fotos können Sie hier ansehen und herunterladen: 2019 Kühl- und Lagerhaus

15 Apr 2019
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Dürre in Umoja

Dürre in Umoja

Die weltweiten Katastrophen durch den Klimawandel sind allgegenwärtig und nicht mehr zu ignorieren. Heute möchten wir Ihnen einen Situationsbericht über die allgemeine Lage in Kenia und speziell im Frauendorf Umoja geben.

Dürre-Situation in Kenia

Die kurze Regenzeit von Oktober bis Dezember 2018 war deutlich unterdurchschnittlich und führte in der kurzen Trockenzeit von Januar-März 2019 zu einer schweren Dürre. Die Nationale Meteorologische Abteilung berichtet, dass die Regenfälle der Saison von April bis Mai 2019 in Kenia möglicherweise nicht sehr vielversprechend sein werden und die Situation in der anschließenden langen Trockenzeit von Juni bis September 2019 noch schlimmer werden wird.

Dürre-Situation in Umoja

In Umoja ist der Einfluss von Dürreperioden vielschichtig.

Die Frauen, die ein paar Tiere besitzen, halten sie nicht im Dorf, da seit dem letzten Überfall durch Viehdiebe am 1. März 2017 in Umoja kein Vieh mehr gehalten werden darf. Diese Entscheidung wurde getroffen, um kein Angriffsziel für bewaffnete Viehdiebe mehr zu sein.

Die Frauen, die noch einige Tiere besitzen, haben diese bei Verwandten untergebracht, wo sie in gemeinsamen Herden bei der Futtersuche gehütet werden. Die Frauen sind am Ende davon abhängig, dass ihre Angehörigen die Tiere gut behandeln. Dadurch werden den Frauen die Verantwortung und die Möglichkeit der Sichtprüfung über den Zustand ihrer Tiere genommen. Sie wissen also nicht, wie viele Tiere die Dürreperiode überleben werden.

Auch Elefanten werden zu einer Bedrohung, da die Weiden in den Nationalparks erschöpft sind. Deshalb wandern die Elefanten sogar bis nach Archer’s Post und in die Dörfer und Siedlungen. Dort ernähren sie sich dann von den Gartenpflanzen und Bäumen, die in den Gehöften gepflanzt werden. Auch das Frauendorf Umoja ist davon betroffen und die Dung-Spuren der nächtlichen Elefanten-Besuche sind deutlich sichtbar:
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Die Elefanten zerstören auch Akazienbäume, die sie überall fällen, um die Kerne der Früchte zu erreichen, die normalerweise in der Jan-März-Saison reifen. In Umoja wurde ein riesiger Akazienbaum, unter dem die Frauen an heißen, sonnigen Tagen Schutz suchen, von einem Elefanten gefällt. Ebenso werden die Gemüsebeete von den Jumbos stark geplündert und zerstört.

Die Elefanten verursachen auch Unsicherheit bei den Bewohnern, wenn sie in die Dörfer eindringen, weil es keine Zäune oder Mauern gibt und sie so ungehindert zwischen den Hütten und Gärten umherstreifen können.

Die Ernährungssicherheit ist in Umoja im Moment nicht so prekär, aber die Frauen machen sich doch Sorgen, falls die Dürre weiter anhält. Die nationale Regierung scheint Notstandsmaßnahmen zu ergreifen, da es an adäquaten und frühen Vorbereitungen mangelt. Die am stärksten betroffenen Regionen haben derzeit Vorrang bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Hilfsgütern.
Allerdings steigen während der Dürre die Nahrungsmittelpreise ständig wegen des geringen Angebots bei hoher Nachfrage. Bei dem geringen Einkommen der Frauen wirkt sich das sofort negativ aus. Auch die Kosten für die Schulmahlzeiten erhöhen sich dadurch erheblich.

Der Uaso-Fluss ist nun flussaufwärts fast völlig trocken und es fließt nur wenig Wasser durch Umoja. Dies führt zu einer schlechten Rückhaltung und Ableitung von Wasser in das Flussbett und in die Grundwasseradern. Dies wirkt sich auf die Brunnenleistung ausw, da bereits festgestellt wurde, dass es bei großer Trockenheit zu einem relativen Rückgang der Wassermenge beim Pumpvorgang kommt. Das Befüllen der Tanks dauert wegen der geringeren Wassermenge länger als üblich.

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Unsicherheit wegen drohender Viehdiebstähle verbreitet sich in den von der Dürre betroffenen Regionen. Während der Dürre ziehen Hirten auf der Suche nach Weide und Wasser für ihre Tiere auf weite Strecken durchs Land. Auf diese Weise überschreiten sie Grenzen zu den Nachbarregionen und treffen auf „unfreundliche Nachbarn“, die ihre eigenen Ressourcen vor Überweidung schützen wollen. Dies löst Konflikte aus, die hauptsächlich Viehdiebstähle oder andere kriminelle Vorfälle betreffen, um vermeintliche Angreifer abzuschrecken.
Es ist Aufgabe der Regierung und der Friedensakteure, rechtzeitig einzugreifen, um Missverständnisse und den Wettbewerb um die immer knapper werdenden Ressourcen zu vermeiden, die ansonsten zu Gewaltausbrüchen zwischen benachbarten Hirtengemeinschaften führen.

Lösungen

1. Umoja investiert und engagiert sich verstärkt für Gartenprojekte zur Ernährungssicherung, da Wasser zur Verfügung steht und genügend Lagerstätten für den fruchtbaren roten Vulkanboden aus den Kenia-Highlands auf dem Umoja-Gelände vorhanden sind.
2. Umoja-Frauen, die ihren Viehbestand bei Angehörigen untergebracht haben, sollten die Tiere verkaufen, um das Risiko zu minimieren, die Tiere durch Dürre oder Überfälle ganz zu verlieren.
3. Die Sicherung des gesamten Umoja-Geländes mit einer Mauer wird immer dringlicher.
4. Durch den gerade fertiggestellten Kühl-/Lagerraum können kostengünstige Großeinkäufe von Lebensmitteln für Schulmahlzeiten getätigt werden.
5. Die Umoja-Frauengruppe beteiligt sich an friedensstiftenden Aktionen als Stimme der Frauen, wie sie es in der Vergangenheit schon oft getan haben.
6. Falls die Regierung für Samburu den Notstand erklärt, können die Umoja-Frauen staatliche Hilfe anfordern (Nahrungsmittel und Hilfsgüter).
7. Die Umoja-Frauen sollen trotz ihres geringen Einkommens sparen, um für Notfälle gerüstet zu sein.

Den vollständigen Bericht können Sie hier ansehen und herunterladen: 2019 Dürre

14 Apr 2019
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Samburu-Traditionen – Das Geburtsritual

Samburu-Traditionen - Das Geburtsritual

Auf ihren Vortrags- und Lesereisen in Deutschland betont Rebecca Lolosoli immer sehr nachdrücklich, dass sie die guten Traditionen und Rituale ihres indigenen Samburu-Stammes als kulturelles Erbe bewahren, aber die schädlichen und menschenrechtsverletzenden Praktiken ausmerzen will.

Nun wurden wir durch Sophie Nestle darauf aufmerksam, dass die guten Rituale tatsächlich gepflegt werden, weil sie im Februar 2019 Augenzeugin eines solchen Rituals wurde. Der nachfolgende Bericht von Sophie Nestle und Tom Lolosoli gibt einen genauen Einblick über das sogenannte Geburtsritual, das aus zwei Teilen besteht. Dieses Ritual wurde für Tom Lolosolis kleine Tochter Mia gehalten und Rebecca ist die stolze Großmutter.

Den vollständigen Bericht können Sie nachstehend aufrufen.
Nr. 7 Samburu-Traditionen – Geburtsritual
Er steht auf Dauer unter dem Informationsmaterial zur Verfügung.

12 Apr 2019
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Sophie Nestle – Vier eindrucksvolle Wochen in Umoja

Sophie Nestle - Vier eindrucksvolle Wochen in Umoja

Die Krankenschwester Sophie Nestle war im Februar 2019 für vier Wochen in Umoja und hat in dieser Zeit viel erlebt. Sie informierte die Frauen und Schulkinder in Umoja über Gesundheitsthemen, nahm an Rebeccas Vorträgen gegen Genitalverstümmelung teil, besuchte eine Krankenstation, half beim Gemüseanbau und beschaffte wichtige Güter aus Spendenmitteln. Auch konnte sie beim Anschluss der Ent-salzungsanlage des Brunnens dabei sein.

Über Rebecca Lolosoli sagt Sophie: „Immer wieder stelle ich fest, wie wertvoll Rebecca ist. Es ist wirklich außergewöhnlich, wie teils streng und sanft sie Teil der Gemeinschaft und Führung gleichzeitig ist.“

Den vollständigen Bericht können Sie hier einsehen:
Sophie Nestle – Vier eindrucksvolle Wochen in Umoja

11 Apr 2019
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Kulturshow der Kinder

Kulturshow der Kinder

Mit freundlicher Genehmigung des Kivulini Trust, fand vom 25. bis 27. Januar 2019 die Kinder-Kulturshow im Camp Simpirre, Gotu, Kreis Isiolo statt.

Unsere Kinder verlieren zunehmend den Kontakt zu ihrer kulturellen und natürlichen Umgebung. Sie verpassen zunehmend die Möglichkeit, sich Kenntnisse über ihre Kulturlandschaften und Ökosysteme anzueignen sowie das Interesse an ihrer Kultur und ihren Traditionen zu entwickeln.

In der Kinder-Kulturshow ging es um den Aufbau der zukünftigen Hüter des kulturellen Erbes und um anpassungsfähige soziokulturelle Veränderungen im Norden Kenias. Das Thema der Veranstaltung war: Wiederbelebung des indigenen Wissens für die Nachwelt.

Über fünfzehn Grundschulen und dreizehn kulturelle Gruppen aus über zehn verschiedenen ethnischen Gemeinschaften der Landkreise Isiolo, Marsabit, Samburu und Meru nahmen an der Veranstaltung teil. Sie umfasste unter anderem Ausstellungen, praktische Aktivitäten zur Entwicklung von Fähigkeiten, kulturelle Aufführungen, Videoshows, Erzählen von Lagerfeuer-Geschichten, Naturspaziergänge und inspirierende Gespräche.

15 Schülerinnen und Schüler der Umoja Muehlbauer Academy und 15 Frauen der Umoja Uaso Women Group nahmen mit offiziellen Einladungen an der Feier teil.
Die Veranstaltung wurde auch von nationalen und regionalen Regierungsvertretern, traditionellen Führern, sozialen Gruppen, Gemeindeführern aus der Region der Umoja Uaso Women Group und anderen lokalen und internationalen Gästen besucht.

Unsere Kinder und die Umoja-Frauen hatten die Möglichkeit, soziale Interaktionen mit anderen Gemeinschaften zu erleben. Dabei lernten sie die Strukturen kennen, die eine Nation auf Gemeinschaftsebene miteinander verbinden. Die Schülerinnen und Schüler erwarben auch Kenntnisse über das Campingwesen. Sie führten mit beeindruckenden Leistungen ihren traditionellen Samburu-Kultur-Tanz sowie das Rezitieren von Kulturgedichten vor; Umoja-Frauen führten traditionelle Tänze auf.

Am darauffolgenden Tag wurde die Veranstaltung von einigen nationalen Fernsehsendern übertragen.

Wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass die Umoja Muehlbauer Academy mit einer Teilnahmeurkunde und einer Trophäe für die Kategorie „Beste traditionelle Kleidung“ ausgezeichnet wurde.

Den vollständigen Bericht mit weiteren Fotos lesen Sie hier:
Kulturshow der Kinder

Bericht und Fotos: Tom Lolosoli

10 Apr 2019
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Eindrucksvolle Gespräche in Umoja

Eindrucksvolle Gespräche in Umoja

Bericht und Fotos von Margret Schnetgöke

Mit einem Überlandbus fuhren wir im Januar 2019 von Nairobi bis Isiolo und stiegen dann um in ein Matatu (Kleinbus) bis Archer´s Post. Die Art der Anreise mit Bus und Matatu erleichterte das Eintauchen in eine andere Welt: es wurde immer karger und sandiger, die Halbwüste der Samburu zeigte ihr faszinierendes Gesicht. Unterwegs hatten wir Tom, Rebecca´s Sohn informiert, dass wir bald ankommen. Er beauftragte Mohamed, uns in Archer´s Post abzuholen und zum Camp des Frauendorfes zu begleiten. Sehr herzlich wurden wir von Rebecca und den anderen Samburu Frauen in Umoja begrüßt.

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Mit Gesängen und Tänzen wurden wir willkommen geheißen, und das Schönste war, dass ich eingeladen wurde mit zu tanzen.

Immer wieder sprachen wir über die Situation der Samburu-Mädchen und FGM (Genitalverstümmelung). Rebecca berichtete, dass sie in den letzten zwei Monaten fast dauernd unterwegs gewesen sei, um auch in weit entfernt liegenden Dörfern, zusammen mit weiteren Samburu Frauen aus Umoja, Workshops gegen FGM durchzuführen. Der Beginn der großen Ferien vor Weihnachten sei eine besonders gefährliche Zeit für die Mädchen. Die Ferien um Weihnachten herum sind besonders lange Ferien. Deshalb würden Genitalverstümmelungen oft gerade zu Beginn der Ferien durchgeführt, damit die Wunden bis zum Ferienende weitestgehend verheilt seien und FGM dadurch unerkannt bleibe. Sobald sie von solch einer geplanten Genitalverstümmelung erfahren, machen die Frauen sich auf den Weg und versuchen diese zu verhindern. Workshops für Eltern, für Mädchen, aber auch für Jungen verändern die Einstellung zu FGM und helfen Genitalverstümmelungen kurz- und langfristig zu verhindern.

Eindrucksvoll berichtete sie von dem Mut zweier Mädchen in einem umliegenden Dorf, in dem Rebecca und zwei weitere Samburu Frauen einen Workshop zu FGM veranstaltet hatten. Gestärkt durch die Information, dass FGM in Kenia nicht erlaubt ist und dass niemand sonst über ihren Körper entscheiden darf, und das Empowerment durch den Workshop der Samburu Frauen gingen die Mädchen zur Polizei, als sie erfuhren, dass sie „beschnitten“ werden sollten. Sie erstatteten Anzeige, die Polizei brachte sie in Sicherheit und sorgte dann für eine Unterbringung in einer anderen Region Kenias, damit die Eltern sie nicht finden konnten.

Rebecca bedauerte sehr, dass es zu wenig sichere Orte für Mädchen in Kenia gibt, die vor drohender FGM flüchten müssen.

Den ausführlichen Bericht mit weiteren Fotos können Sie hier ansehen und herunterladen: Bericht M. Schnetgöke.